Enterale Ernährung

bullet1 Mangelernährung

Eine Mangelernährung drückt sich aus dem Ungleichgewicht zwischen der Nährstoffversorgung der Gewebe und dem Nährstoffbedarf.

Besonders gefährdet sind:

Geriatrische Patienten:   Appetitverlust, ausgelöst durch psychische Störungen, Depressionen, Geschmacksveränderungen z.T. auch durch Medikamente, Schwierigkeiten beim Kauen und Schlucken
     
Onkologische Patienten:   ausgeprägter Gewichtsverlust, durch Einfluß des Tumors und der Medikamente erhöht sich der Nährstoffbedarf
     

Tumore im HNO-ZMK-Bereich:

  Schluckstörungen, Geschmacksirritationen, Schmerzen
     
Chemo- und Strahlentherapie:   Schädigungen am Darm durch Resektion, Verdauungs- und Resorptionsstörungen

Ursachen der Mangelernährung

  • unzureichende Zufuhr über die Nahrung
  • mangelnde Verwertung über den Organismus

Formen der Mangelernährung

  • Protein - Kalorien - Mangel
  • Protein - Mangel
Quantitativ (dünn) = zu wenig Energie
Qualitativ (dick) = Mangel an essentiellen Nährstoffen, z.B. Eiweiße, Vitamine und Spurenelemente

Mangelernährung führt zu:

  • Beeinträchtigung des Stoffwechsels

  • Minderungen von Enzymaktivitäten, Transportproteinen und Zellmasse

  • Störungen in der Organaktivität, Organatrophie

  • verzögerte Wundheilung

  • Flüssigkeits- und Elektrolytverschiebungen

  • allgemeine Schwäche Apathie

  • reduzierte Belastbarkeit

  • verminderte Toleranz gegenüber z.B. onkologischen Therapien

Eiweißmangel führt zu:

  • geschwächtes Immunsystem

  • erhöhte Infektanfälligkeit

  • verzögerte Genesung

  • gestörte Wundheilung

  • erhöhte Gefahr von Decubiti u.v.m.

 Der Körper hat keine Eiweißreserven

Ein chronischer Nährstoffmangel führt zu Einschränkungen von Stoffwechselfunktionen.

Als erstes davon betroffen sind Strukturen mit kurzer Halbwirkszeit (HWZ), z.B. Enzyme und die Darmschleimheit. Verminderte Synthese von Verdauungsenzymen mit einer beginnenden Zottenatrophie führt zu Verdauungs- und Resorptionsstörungen. Als folge davon kann der Organismus die ihm zugeführten Nährstoffe nicht oder nur in unzurechenden Ausmaß verwerten. Bei erhöhten Energiebedarf oder bei ungenügender Zufuhr kommt es zum Eiweißverlußt.

Immundefizienz (Mangelhaftigkeit) und Mangelernährung:

Sinkt das Körpergewicht unter 80% des durchschnittlichen Körpergewichtes ist mit gewissen Schädigungen in der Immunfunktion zu rechnen.

Sinkt das Körpergewicht unter 70% des Durchschnitts kommt es zu schweren Beeinträchtigungen der Immunfunktion.

Immundefizienz durch Proteinverlust:

Verlust von Serumprotein: sekundärer Antikörpermangel, die Hypogammaglubilämie kann beträchtlich sein
Verlust von Gammaglobulin über: Nieren:   nephrotisches Syndrom
Haut: schwere Verbrennungen, Dermatiden
GI-Trakt: Enteropathie mit Proteinverlust, Lymphangiektasien

Gleichzeitig kommt es auch zum verlust von Albumin und anderen Serumproteinen.

gastrointestinaler Proteinverlust: Verlust von Lymphozyten

Die Patienten sind leicht anfällig für Infektionen mit grampositiven Erregern. Die Anfälligkeit gegenüber Atemwegsinfektionen, Viruserkrankungen und Gastroenteriden steigt.

 Circulus vitiosis

Die Infektionen erhöhen die Anforderungen an den Stoffwechsel und gleichzeitig mindern sie auch den Appetit

    Dieses Dokument wurde zuletzt aktualisert am 29.10.00.