Enterale Ernährung

bullet1 Indikationen zur Enteralen Ernährungstherapie

A. Orale Anwendung

Bei Notwendigkeit flüssiger Kost
  • Entzündungen im Bereich der oberen Speisewege: Stomatitis, Mundhöhlen-, Zungengrund-, Tonsillarabszesse, Kieferosteomyelitis, Ösophagitis, Karzinome, Stenosen, Verätzungen und Verbrühungen!

  • Nach plastischen Operationen (z.B. Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalte)

  • Nach Totalextraktion der Zähne

  • Nach Bestrahlungen (Strikturen und Entzündungen)

  • Nach zytostatischer Chemotherapie

  • Ösophagusvarizen

  • Tumoren und Stenosierungen im Bereich des Ösophagus und des Gastrointestinaltraktes (GI)

  • Entzündungen im Bereich des GI-Traktes: ballaststoffreie Kost vorziehen!

Bei Malassimilation
  • Alle durch eine verminderte Nährstoffausnutzung (Verdauungs- und Resorptionsinsuffizienz) bedingten Symptome.
Fettverwertungsstörungen :
  • Pankreasinsuffizienz
  • Verschlußikterus
Lymphabflußstörungen :
  • Lymphagiektasien
  • Morbus Whipple
  • Darmwandlymphone
  • Darm-Tbc
verkleinerte Absorptionsfläche :
  • Short-Bowel-Syndrom
  • innere Fisteln
    (ballaststoffreie Kost vorziehen!)

Als Voll- und Zusatznahrung bei:

a)  katabolen Zuständen
  • zentrale Katabolie : Schädel-Hirn-Trauma, apallisches Syndrom, Meningitis, Apoplexie

  • Polytrauma, schweren Operationen

  • schwere Verbrennungen

  • ausgedehnte Peritonitis

  • Katabolie bei Niereninsuffiziens

  • Tumorkachexie

b)  Erhöhtem Nährstoffbedarf
  • Rekonvaleszenz
  • Hochleistungssport
c)  Appetitstörungen
  • maligne Erkrankungen
  • zytostatische Chemotherapie und Bestrahlung
  • schwere Infekte
  • Urämie
  • psychogene Appetitstörungen

d)  Notwendigkeit standardisierter Ernährungsbedingungen
  • Stoffwechseluntersuchungen

B. Anwendung über die Sonde

Schluckbehinderung infolge neurologischer Störungen

  • Bewußtlosigkeit, Relaxation und Intubation bei : Schädel-Hirn-Trauma, apallisches Syndrom, Applexie, Hirntumor, Intoxikationen Meningitis, Poliomylitis, Botulismus, Tetanus, MS, geriatrische Genese

Unmöglichkeit oraler Nahrungsaufnahme infolge Erkrankungen im Mund- und Rachenraum

  • Verletzungen und Frakturen im Bereich von Mund und Rachen

  • Zustand nach Operationen, z.B. Glossektomie, Kieferresektion, Entfernung von Tumoren der Mundhöhle, Kehlkopfresektion

  • Kieferklemme

Erkrankungen im Bereich des Ösophagus und des oberen GI-Traktes

  • Stenosen

  • Verletzungen

  • Zustand nach Operationen. - Witzelfistel

  • Mißbildungen: Ösophago- Tracheal- Fistel, Ösophagusatresie

Nahrungsverweigerung

  • Psychosen

  • Anorexia nervosa

  • Hungerstreik

    Dieses Dokument wurde zuletzt aktualisert am 29.10.00.