Enterale Ernährung

bullet1 Enterale Applikationstechnik

Was gehört dazu ?

  • Transnasale Sonden
  • Perkutane Sonden
  • Enterale Überleitungsgeräte
  • Enterale Substratbehälter
  • Enterale Ernährungspumpen
  • Zubehör für mobile Patienten

Grundsätzliche Anforderungen

  • Patientengerecht
  • Sicher in der Anwendung
  • Funktionell
  • Physiologische Ansprüche werden erfüllt

Nasale Sonden

Qualitätsstandards

  • so dünn wie möglich
    < schnell und sicher zu legen

  • Indikationsgerecht
    -> stehen in verschiedenen Längen und Stärken zu Verfügung

  • Universalkonnektor
    -> bei Bedarf auch als Ablaufkatheter zu verwenden

  • Im Röntgenbild sichtbar

  • atraumatische Spitze

  • kleiner Quotient Außendurchmesser/Innendurchmesser (1 Ch = 0,3mm)

Sondenmaterialien

PVC :

  • weichgemachtes Polyvinylchlorid

  • relativ billig

  • Weichmacher wird im Körper sehr schnell herausgelöst (nach ca. 2-3 Tagen), die Sonde wird dann hart und spröde, kann Druckgeschwüre verursachen

  • nur kurzzeitige Anwendung

PUR :

  • Polyurethan

  • weichmacherfrei

  • dauerweicher, klar-transparenter Kunststoff

  • geringer Quotient Außen-/Innendurchmesser

  • als Langzeitsonde geeignet

  • dreimal so teuer wie PVC-Sonden

Silikon :

  • Silikonkautschuk

  • sehr weich

  • besonders gut für Langzeitsonden geeignet

  • nur mit Mandrin zu legen

  • kleine, mechanische Schäden führen zu einem raschen Weiterreißen unter Zug

  • teuerste aller Materialien

Hilfsmittel Sondenapplikation

  • ein Glas Wasser (bei kooperativen Patienten)

  • Mandrin

  • Endoskop

  • Laryngoskop

  • Magillzange

  • Gleitmittel

Lagekontrolle

  • Luftinsufflation

  • Aspiration von Magensaft

  • Lagekontrolle durch Magensaft

  • Röntgen

Sondenpflege

* Pflege des Nasenloch

  - Kontrolle auf Rötung und Reizung Abhilfe durch Salbe
 
* Spülung der Sonde
  - ca. 20 ml mit einer neutralen Flüssigkeit, kein Früchtetee
 
* 1 x täglich Wechsel des Fixationspflasters
 
* tägliche Lagekontrolle
  - durch Sondenmarkierung am Naseneingang
  - durch Luftinsufflation
  - durch Magensaftprobe

 

Komplikationen beim Sondenlegen

Komplikation Maßnahme/n
Verletzung der Nasenschleimhaut Nasenloch mit größeren Lumen nehmen
Aufrollen der Sonde im Mund Sonde zurückziehen und die Sonde mit oralem Spatel in Richtung Ösophagus lenken
Umschlagen der Sonde vor dem Kehlkopf Sonde zurückziehen und ggf. mit Hilfe von Laryngoskop und Magillzange plazieren
Starker Würgereiz / Erbrechen ggf. vorherige Applikation eines Antimetikums
Unvorhergesehene Stenose (z.B. Struma) abbrechen
Blutungen / Perforationen abbrechen
Vagusreizung abbrechen

Sondenlegung nasoenteral

Patient möglichst in sitzende Stellung (ca. 30 - 45°) bringen. Vorgesehene Nasenöffnung (durch die am leichtesten geamtmet werden kann) säubern und mit etwas Nasengel versehen.

Der intrakorperale Teil der Sonde kann vor der Sondenlegeung bestimmt werden :

Magensonde = Strecke Orh-Nasenspitze-Xiphoid Duedenalsonde = + ca. 20 cm

Jejunalsonde = + ca. 30 - 40 cm

Die Sonde sollte zum reibungsloseren Einführen im vorderen Drittel ebenfalls mit Nasengel präpariert werden.
Zwecks günstiger Passage des Nasen-Rachenraums, Kopf des Patienten nach hinten beugen. Sonde vorsichtig vorschieben und Patienten ständig zum Atmen durch den Mund und zum Schlucken auffordern.
Sobald die Sonde im Rachen angelangt ist, den Kopf wieder nach vorne neigen, um ein abgleiten der Sonde in die Luftröhre zu vermeiden.
Kooperative Patienten zum Schlucken anregen, indem kleine Portionen wasser oder Tee gegeben werden. Beim Schluckreflex kann die Sonde vorgeschoben werden.
Lage der Sonde im Magen mittels Zuspritzen von ca. 10 - 20 ml Luft kontrollieren (auskultieren), oder mittels Sondenspritze Sekret aspirieren und auf sauren pH-Wert prüfen.
Bei gewünschter Dünndarmlage der Sonde Patient in Rechtsseitenlage bringen und zum Schlucken auffordern. Evtl. ca. 10 min vor Sondenlegung 20 mg Metoclopramid® i.v. verabreichen oder Sonde per Endoskop durch Pylorus schieben.
Sonde am Nasenausgang fixieren. Dazu vorgesehene Stellen von Gleitmittel oder fett reinigen und trocknen. Sonde mittels Pflaster so locker wie möglich, aber so fest wie nötig fixieren. Korrekte Sondenlage möglichst röntgenologisch überprüfen.

Bilder und Text aus der Pfrimmer® Broschüre "Nutrisoft® Pur-Soft"

    Dieses Dokument wurde zuletzt aktualisert am 29.10.00.